Definition
HTTPS ist HTTP über eine SSL/TLS-verschlüsselte Verbindung, die in Browsern als Schlosssymbol neben einer URL angezeigt wird, die mit https:// beginnt, sodass Daten, die zwischen Browser und Server übertragen werden, unterwegs nicht gelesen oder verändert werden können. Die Verbindung beginnt mit einem TLS-Handshake: Der Browser prüft das Serverzertifikat gegen eine vertrauenswürdige Zertifizierungsstelle, handelt eine Cipher Suite aus und leitet Sitzungsschlüssel ab, typischerweise in unter 100 Millisekunden. Ab diesem Zeitpunkt sind jede Anfrage, jede Antwort, Cookies, Formularübermittlungen und Zugangsdaten verschlüsselt. HTTPS ist heute eine Voraussetzung statt einer Option: Browser blockieren oder beschränken Service Worker, Payment-APIs, Geolocation und HTTP/2/HTTP/3 über reines HTTP, Chrome und Firefox kennzeichnen HTTP-Seiten als "Nicht sicher", und Google verwendet HTTPS seit 2014 als Ranking-Signal. Kostenlose, automatisierte Zertifikate von Let's Encrypt, binnen Sekunden ausgestellt und automatisch verlängert, haben Kosten und Komplexität als Ausreden beseitigt, sodass nahezu der gesamte Verkehr im Produktivbetrieb im Web heute standardmäßig über HTTPS läuft.
So funktioniert es
Wenn ein Browser eine Verbindung zu einer HTTPS-Website herstellt, führen beide Endpunkte einen TLS-Handshake durch: Sie verifizieren das Serverzertifikat, einigen sich auf Verschlüsselungsschlüssel und schalten die Verbindung in den verschlüsselten Modus. Von da an sind alle Anfragen und Antworten auf dem Transportweg verschlüsselt.
Warum es wichtig ist
HTTPS schützt Nutzer vor Netzwerkangreifern, schaltet moderne Browserfunktionen frei, die Sites mit nur HTTP nicht nutzen können, erfüllt ein Google-Ranking-Signal und entfernt den Hinweis "Nicht sicher", der Besucher abschreckt. Im Jahr 2026 gibt es kein Produktionsszenario, in dem nur HTTP akzeptabel ist.